Zwei widersprüchliche Mythen über Geld in Japan kursieren 2026 immer noch in der Reiseblog-Welt. Der eine sagt: "Japan ist cash-only, nimm einen Stapel Yen mit." Der andere: "Apple Pay überall, kein Bargeld nötig." Beides stimmt nicht mehr. Die echte Antwort ist langweiliger und brauchbarer: ein kleines Bündel Bargeld, zwei Karten (am liebsten eine Visa/MC und eine JCB) und eine geladene Suica. Dieser Stapel regelt 99 % einer Reise gedankenlos.
Karten haben seit 2024 das meiste in Japan übernommen, aber Bargeld gewinnt noch an drei Stellen: kleine Tempel und Schreine (die Saisen-bako-Opferbox), Nachbarschafts-Izakaya mit handgeschriebenen Karten, und Buslinien auf dem Land. ¥30.000–50.000 in einem Mix aus ¥1.000- und ¥5.000-Scheinen decken alle Sonderfälle einer Zwei-Wochen-Reise ab — ohne dass du nach dem ersten Geldautomaten je wieder einen brauchst.
Sweet Spot: ¥30k in 1.000-Yen-Scheinen plus eine geladene Suica regeln 95 % der Reibung.
Tipp: Heb am 7-Eleven Seven Bank ATM in der Ankunftshalle ab. Visa/Mastercard/Maestro funktionieren zuverlässig; die Sprachauswahl hat Englisch ganz oben. Spar dir die Wechselstuben am Flughafen — der Spread ist katastrophal.
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Visa und Mastercard funktionieren mittlerweile fast überall
Große Ketten, Hotels, Restaurants in Touristenvierteln, Supermärkte, Konbinis: tippen oder einstecken. Tokio, Kyoto und Osaka akzeptieren kontaktlos für die meisten Ausgaben. Die Ausnahmen werden jedes Jahr kleiner — aber sie existieren und liegen seltsam verteilt.
JCB ist das japanische Inlandskartennetz. Eine erstaunliche Anzahl an Tempeln, älteren Toyota-Comfort-Taxis und Familien-Ryokan akzeptieren JCB, aber kein Visa/MC. Hat deine Bank eine JCB-Co-Branded-Karte (manche Revolut-Tarife, Wise in einigen Märkten)? Nimm sie als Zweitkarte mit. Sonst: Bargeld für diese Momente.
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IC-Karte ist dein Bargeld-Ersatz unter ¥10.000
Sobald die Suica geladen ist, ziehst du den Geldbeutel nicht mehr für Konbinis, Automaten, Schließfächer und die meisten Cafés. Aufladen an jedem Bahnhof. Über ¥10.000 Saldo zicken manche Händler — also lieber in Schritten von ¥2.000–3.000 nachladen als ¥20.000 auf einmal.
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Welcome / ようこそ
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Seven Bank · 24h cards accepted
Seven-Bank-ATM-Bildschirm mit Sprachauswahl, English markiert
Tipp: IC funktioniert auch in jedem Zug, Bus und jeder Tram in Tokio, Kyoto, Osaka, Sapporo und Fukuoka — ohne separates Zonenticket.
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Wechselstube überspringen. 7-Bank-ATM nutzen.
Wechselstuben an Narita, Haneda und Kansai berechnen 4–6 % Spread. Der Seven-Bank-ATM in jedem 7-Eleven (auch am Flughafen) gibt dir den Interbankenkurs plus die Gebühr deiner eigenen Bank — meist 1–2 % insgesamt. ¥50.000 vom Automaten kosten etwa €310; dieselben Yen am Schalter €325.
Die Saisen-bako. ¥5-Münzen (go-en) sind traditionell — bewahr ein paar für Schreine und den Neujahrswurf auf.
Was du wissen solltest
Kein Trinkgeld. Nirgends. Nicht im Restaurant, im Taxi, im Hotel oder beim Guide. Manche Orte verweigern dein Bargeld buchstäblich, wenn du drauf bestehst. Der Service ist im Preis — und Trinkgeld kann herablassend wirken.
Auslandsentgelte summieren sich. 1,5–3 % pro Zahlung × ¥30k Karte am Tag = €10–15 Gebühr pro Tag. Eine No-FX-Karte (Revolut, Wise, N26) lohnt sich für die Reise.
Schalen-Etikette. Die Kassiererin schiebt eine kleine Schale für Bargeld. Keine Scheine direkt in die Hand drücken — leg sie in die Schale. Das Wechselgeld kommt genauso zurück. Hand-zu-Hand ist leicht unangenehm.
¥1- und ¥5-Münzen zählen. Manche Automaten, Schließfächer und Schreinspenden wollen passendes Wechselgeld in ¥1 oder ¥5 (¥5 = "go-en", Homophon für "Glück"). Halt eine Handvoll bereit.
Tax-free Shopping. Über ¥5.000 Ausgabe in den meisten Ketten und großen Geschäften kannst du an der Kasse 8–10 % Steuer mit dem Pass zurückbekommen. Der Laden füllt das Formular aus; du trägst die (versiegelten) Waren ungeöffnet bis zum Flughafen.
Der langweilige Stapel gewinnt
Zwei Karten, eine Suica, ¥30k bar. Das ist die ganze Empfehlung. Der Ruf, Japan sei unmöglich zu bezahlen, kommt von Leuten, die €1.000 Bargeld einpackten und entsetzt waren, dass es bei Lawson keinen interessierte. Das Land modernisiert sich seit Jahren leise, während Reiseführer Tipps von 2014 wiederholen. Nimm weniger Bargeld mit, als du denkst — und es passt schon.